UNITE – Gemeinsam lernen und studieren in Einrichtungen der öffentlichen Gesundheit in der Gesundheitsregion Göttingen

Der öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) bildet neben der ambulanten und stationären Versorgung die dritte Säule des deutschen Gesundheitswesens. Leitbild und Kernaufgaben sind der Gesundheitsschutz, die Gesundheitsförderung, koordinierende Aufgaben auf Bevölkerungsebene und Qualitätssicherung. Internationale Rahmenwerke der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordern eine übergreifende, multisektorale Strategie zur Förderung und Ausbildung von Fachkräften im ÖGD. Der "Pakt für den ÖGD" des BMG vom 29.09.2020 stärkt dessen zentrale Bedeutung nicht nur zur Bewältigung der aktuellen Corona-Pandemie, sondern allgemein für die Gesundheit auf Bevölkerungsebene. Mit diesem Pakt soll in den kommenden Jahren dem personellen Engpass und der eingeschränkten technischen Infrastruktur im ÖGD entgegengewirkt werden.

In Göttingen existiert ein großes Potenzial der Studiengänge im Gesundheitsbereich: Am Standort Göttingen werden jährlich ca. 360 Studierende pro Jahr der Humanmedizin an der UMG und ca. 120 Studierende pro Jahr der HAWK am Gesundheitscampus Göttingen in den Studiengängen Soziale Arbeit im Gesundheitswesen, Pflege, Therapiewissenschaften und Hebammenwissenschaft ausgebildet. Studentische Mitwirkung und spätere berufliche Tätigkeiten sind jedoch meist nur auf zwei Säulen – den ambulanten und den stationären Bereich des Gesundheitswesens fokussiert. Die Einbindung des ÖGD in die studentische Ausbildung an UMG und HAWK kann nachhaltig zu einem verbesserten Gesundheitssystem und damit einer optimalen Gesundheitsversorgung führen.

Projektziele

Das Projektvorhaben hat zum Ziel, die Attraktivität des Berufsfeldes der öffentlichen Gesundheitsfürsorge zu steigern und dessen Chance auf fachlichen Nachwuchs zu erhöhen. Studierende der Humanmedizin und der Gesundheitsfachberufe in Göttingen sollen dieses multiprofessionelle Berufsfeld des ÖGD und anderer öffentlicher Einrichtungen der Gesundheitsfürsorge (z.B. Beratungsstellen) in der Gesundheitsregion Göttingen kennenlernen und sich als Vertreter*innen Ihrer zukünftigen Profession aktiv einbringen. Im Projektvorhaben werden die Rahmenbedingungen der einzelnen Einrichtungen als mögliche Ausbildungsstandorte für Studierende der Gesundheitsberufe und gesundheitsbezogenen Berufe analysiert und Lernformate (z.B. Hospitationen, Praktika, Famulaturen, studentische Gesundheitsgespräche, Praktisches Jahr, Praxissemester) identifiziert und mit Studierenden pilotiert. Es wird ein Informationskatalog publiziert und webbasiert entwickelt, der Studierende anspricht und Fakultäten und die beteiligten Einrichtungen bei der Lehrplanung und -gestaltung unterstützt. Weitere Zielsetzungen des Projektes sind die Vernetzung von Wissenschaft und Praxis, z.B. durch herausgearbeitete Forschungsfragestellungen und wissenschaftliche Abschlussarbeiten im ÖGD.

Methodik / Vorgehen

Im ersten Schritt erfolgt die Analyse und Identifikation potenziell geeigneter Einrichtungen der öffentlichen Gesundheitsfürsorge in der Gesundheitsregion Göttingen. Anschließend werden Informationsveranstaltungen zur Vorstellung des Projektes und zur Vernetzung durchgeführt. Im Rahmen von Visitationen zum Austausch mit den Einrichtungen vor Ort werden die Rahmenbedingungen in den einzelnen Einrichtungen für die verschiedenen Professionen erfasst, dazugehörige Lernfelder für Studierende in der jeweiligen Einrichtung gemeinsam festgelegt und geeignete Lernformate identifiziert. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Vermittlung und dem Erleben von interdisziplinärer und multiprofessioneller Zusammenarbeit. Studierende der Universitätsmedizin Göttingen und der Studiengänge am Gesundheitscampus sollen in diesen Prozess partizipativ einbezogen werden und an ersten Pilotierungen teilnehmen. Es wird ein Informationskatalog erstellt und webbasiert angeboten, der Studierende, Fakultäten und die beteiligten Einrichtungen bei der Lehrplanung und -gestaltung unterstützt.

Förderung

gefördert vom Nds. Landesamt für Soziales, Jugend und Familie

Beteiligte Institutionen

Konsortialführung:
Die beteiligten Partner*innen / Einrichtungen sind bezogen auf das Projekt jeweils zu gleichen Teilen Beteiligte der Forschungskooperation.

Konsortialpartner*innen:

  • Dr. Iris Demmer, MME, Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsmedizin Göttingen (UMG)
  • Prof. Dr. Juliane Leinweber, Studiendekanin Gesundheit, Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK), Fakultät Ingenieurwissenschaften und Gesundheit, Gesundheitscampus Göttingen

Ansprechpartnerinnen an der HAWK:

  •  Prof. Dr. Juliane Leinweber
  •  Dr. Melanie Misamer
  •  Sina Biermann

Ansprechpartnerinnen an der UMG:

  • Dr. med. Iris Demmer
  • Lia Espe

Kontakt

Oberärztin / Koordinatorin Lehre

Dr. med. Iris Demmer, MME

Dr. med. Iris Demmer, MME

Kontaktinformationen

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

M.Sc. Lia Espe

M.Sc. Lia Espe

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