RADARplus - Anonymisierte Routinedaten aus der ambulanten Versorgung für die Versorgungsforschung

Im Vorgängerprojekt RADAR wurde erfolgreich eine Infrastruktur für die Nutzung von elektronischen Patientendaten aus der hausärztlichen Versorgung aufgebaut und pilotiert. RADARplus wird diese Infrastruktur konsolidieren, verbessern und erweitern. Einige Teilprojekte werden bestehende RADAR Prozesse fortführen, anpassen und ausbauen, andere werden nachhaltige neue Infrastrukturelemente für die Primärversorgungsforschung entwickeln. RADARplus lässt sich in zwei große thematische Arbeitsbereiche unterteilen:

Ziele

Ziele für Arbeitsbereich 1 – Fortführung, Anpassung und Verbesserung der bestehenden RADAR-Infrastruktur und Arbeitsabläufe:

  • Erhaltung/Fortsetzung des Betriebs der RADAR-Infrastruktur (Teilprojekt 1)
  • Rekrutierung von weiteren 20 Hausarztpraxen zur Teilnahme am pseudonymen Szenario, Fortführung der Pseudonymisierung und Datenverwaltung von elektronischen Patientendaten aus Hausarztpraxen (Teilprojekt 1)
  • Qualitative Untersuchungen über Möglichkeiten zur Verbesserung der Rekrutierung und Einbeziehung von Arztpraxen und Entwicklung von Informationsvideos, Evaluation (Teilprojekt 2)

 
Ziele für Arbeitsbereich 2 – Entwicklung neuer Forschungsinfrastrukturen und -techniken:

  • Konzeption, Entwicklung und Pilotprojekt für ein digitales, papierloses Einwilligungs- und Unterschriftenmanagement in Hausarztumgebungen, um aktuelle Regelungen wie die EU-DSGVO durch modernste technische Lösungen weiterzuentwickeln (Teilprojekt 3)
  • Routinemäßige Datenerfassung und -verarbeitung: Anpassung der RADAR-Software (BDT-Parser) im Hinblick auf bevorstehende Änderungen der Technologien und Schnittstellen (HLA 7 FIHR) (Teilprojekt 4)
  • Entwicklung eines Konzepts zur risikobasierten Anonymisierung von Daten aus elektronischen Behandlungsdaten der Hausarztpraxis, Bewertung der Auswirkungen auf den Datenschutz (Teilprojekt 5)
  • Erstellung eines Forschungsportals mit Anzeige von Datenstruktur, zusammengefassten Daten und beschreibenden Statistiken für RADARplus -Forscher sowie zusammengefasste Daten und ausgewählte Statistiken für teilnehmende/beitragende Hausärzte, die damit ihre eigenen Daten mit der Gesamtdatenbank vergleichen können (Teilprojekt 6).

Interventionen

Die Teilprojekte 1 und 2 von RADARplus, die federführend vom Institut für Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Göttingen koordiniert werden, haben keine Interventionen. Hier handelt es sich um Beobachtungsstudien ohne Interventionen.

Studienregistrierung

Folgende Studien wurden beim Deutschen Register für Klinische Studien (www.drks.de) registriert:

RADARplus Teilprojekt 1: Fortführung der Pilotstudie aus dem Vorgängerprojekt RADAR mit breitem Forschungszweck (DRKS 00023035)

RADARplus Teilprojekt 2: Interviewstudien; Einstellungen zur Verwendung von ambulanten elektronischen Daten aus Praxisverwaltungssystemen für die Versorgungsforschung: Zwei Interview-Studien mit Hausärzt*innen und mit Medizinischen Fachangestellten (DRKS00022572)

Projektfinanzierung

Das RADARplus Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert (Förderkennzeichen: HU 1587/2-2).

Publikationen zum Projekt

Teilprojekt 1 – RADAR continuation

Ziele

International gibt es bereits verschiedene Datenbanken für allgemeinmedizinische Forschungen (z.B. Niederlande, Großbritannien). Ziel des Projektes ist es, eine Datenbank mit hausärztlichen Behandlungsdaten von ca. 1.500 Patienten für die Forschung in Deutschland aufzubauen. Im Vordergrund stehen hier die elektronisch dokumentierten Behandlungsdaten hausärztlicher Patientinnen und Patienten. Diese Daten sollen datenschutzkonform gesammelt und beforscht werden. Ein weiteres Ziel des Teilprojektes 1 von RADARplus ist die Wissensextraktion und die Ableitung allgemeinmedizinischer Erkenntnisse direkt aus (noch) unbekannten Patientendaten heraus ohne dabei einer spezifischen Forschungsfrage nachzugehen.

Elektronisch dokumentierte Behandlungsdaten der Hausarztpraxis sind in Deutschland aufgrund technischer Hindernisse (z.B. Sperrung des Datenexports) und hoher Datenschutzanforderungen bei Forschung mit Gesundheitsdaten schwer zugänglich. Die im Vorgängerprojekt RADAR aufgebaute Infrastruktur und die Prozeduren sollen für den Datenbankaufbau im Folgeprojekt RADARplus, Teilprojekt 1 „RADAR continuation“, weitergenutzt werden.

In Zusammenarbeit mit niedergelassenen Hausärzten werden Patienten aus allgemeinmedizinischen Arztpraxen rekrutiert, die nach Aufklärung in die Nutzung ihrer dokumentierten Behandlungsdaten für Forschungszwecke einwilligen. Mit Hilfe der im Vorgängerprojekt RADAR entwickelten Software werden die exportierten Daten in identifizierenden Daten (IDAT, z.B. Namen/Adressen) und medizinische Daten (MDAT, z.B. Diagnosen, Verordnungen) aufgetrennt. Das Management der IDAT übernimmt die unabhängige Treuhandstelle der Universitätsmedizin Greifswald. Forscher haben damit keinen direkten Zugang zu Namen und Kontaktdaten der Patienten. Die Beobachtungsstudie des Teilprojektes 1 ist beim Deutschen Register für Klinische Studien (DRKS) unter der Nummer DRKS00023035 registriert. Eine positive Begutachtung durch die Ethikkommission der Universitätsmedizin Göttingen ging der Registrierung voraus (Antrags-Nr. 23/2/18).

Materialien

Einladungskarte für RADARplus

Informationen zum Ablauf in der Arztpraxis

Patienteninformationen

Antwortfax für teilnehmende Ärzte

Ihre Ansprechperson für das Teilprojekt 1:

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Dr.-Ing. Falk Schlegelmilch

Dr.-Ing. Falk Schlegelmilch

Kontaktinformationen

Teilprojekt 2 – Practice Involvement & Relations

Materialien

Zwei Reihen von 4-Augen-Interviews mit ca. 20 Hausärztinnen und Hausärzten bzw. 20 Medizinischen Fachangestellten zu ihren Meinungen, Vorbehalten, Erfahrungen und Unterstützungsbedarf bei der sekundären Nutzung von Routinedaten aus Praxisverwaltungssystemen für die allgemeinmedizinische und Versorgungsforschung.

Bei Interesse nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ihre Ansprechperson für das Teilprojekt 2:

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Dr. med. Johannes Hauswaldt, MPH

Dr. med. Johannes Hauswaldt, MPH

Kontaktinformationen

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